Vor den Türen zum Weltraum

Veröffentlicht: 18. Oktober 2010 in Allgemein

Okay, zugegeben, die Schlagzeile dieses Artikels ist etwas großkotzig formuliert. LOL

Aber kommen wir zur Sache: Kim und ich unternahmen vorgestern einen Flug entlang der Ostküste Floridas. Es ist ganz lustig mitanzusehen, wie man sich täglich mehr traut und weiter vorarbeitet in den vielen verschiedenen Lufträumen hier. Und jetzt sogar dorthin, wo uns die amerikanischen Fluglehrer eigentlich von abgeraten hatten. Im Großen und Ganzen fanden wir’s aber eigentlich ganz okay.

Der Abflug führte uns in St. Augustine über die Runway 31 mit anschließender 180° Linkskurve entlang der Küstenlinie hinunter an Daytona Beach vorbei, über Melbourne und schließlich am weltbekannten „Kennedy Space Center“ in Cape Canaveral vorbei. Ich hätte mir im Leben nicht gedacht, daß ich hier einmal vorbeikommen werde. Nachdem aber zufälligerweise gerade kein Space Shuttle-Start stattfand, war es dann doch nicht so atemberaubend wie eingangs vorgestellt. 😀 Toll war’s aber trotzdem!

Die erste Landung des Tages machten wir dann in Vero Beach (KVRB), wo wir uns rotzfrech auf das Vorfeld einer der größten Flugschulen Floridas stellten um uns dort einmal ein wenig umzusehen. Die Hitze schien trotz des teils böigen Windes zu stehen, der Anflug war zugegebenermaßen auch nicht gerade der beste, weil man uns auf eine Runway mit 100%igem Seitenwind gecleared hatte, obwohl eine andere Bahn dafür die bessere gewesen wäre. (Überhaupt sollte sich der heutige Tag als der mit den sketchysten Landungen herausstellen!). Da ich ja gestern alle unsere Ausflüge mit den jeweiligen Flughafencharts verfeinert habe, könnt ihr auch heute wieder bei den Bildern den Anflug (rot) und den Anflug (grün) mitverfolgen. Soll nochmal einer kommen und sagen, Deutschland sei eine Servicewüste..   😀

Die Flugschule in Vero Beach, Flight Safety, ist unter anderem Kooperationspartner für einige deutsche große Schulen, so zum Beispiel der RWL aus Mönchengladbach oder der Flight Crew Academy / InterCockpit aus Frankfurt, letztere beide Tochterunternehmen der deutschen Lufthansa. Der Anblick, der sich uns hier bot, war wirklich schockierend – im positiven Sinne. Die Flotte an Maschinen war hochwertig und nicht mehr überschaubar, alle Schüler tragen hier bereits schon Berufskleidung, was wir eine sehr gute Idee finden und auch einen tollen Eindruck auf uns hinterlassen hat. Je nach Ausbildungsstand bekommen die sog. Student Pilots auch schon ihre Pommes 🙂 auf die Schultern genäht, woran sich gleich die Seniorität erkennen lässt.

Nachdem wir uns dann vom Vorfeld-Marshaller einen Anschiss abgeholt hatten, wie wir eigentlich dazu kämen, unsere kleine hässlich rot-weiß verblichene Cessna 152 N-4814Q hier abzustellen, erklärten wir, daß wir das beim Groundcontroller im Funk so angefragt hätten und die Bestätigung dafür bekamen. Naja, wir machten uns halt einfach schnell wieder vom Acker.

Dann folgte der kürzeste Flug unserer Geschichte mit sage und schreibe 23 Minuten Blockzeit – das bedeutet 23 mins. vom lösen der Bremsen am einen bis zum erneuten anziehen der Bremsen am anderen Flughafen. Die tatsächliche Flugzeit betrug gerade mal 14 mins., weil der Platz einfach sowas von um die Ecke lag, daß man wohl zu Fuß schneller gewesen wäre. 😀

In Fort Pierce / St. Lucie (KFPR) gab es eine nette kleine Burgerbraterei mit Strohdach direkt am Platz (die eher wie eine Strandkneipe aussah), wo wir unser Mittagessen einnahmen – Burger, was sonst!?

Nach dieser Stärkung flogen wir knapp die doppelte Zeit wieder über Vero Beach hinüber zu einem weiteren kleinen Platz namens Sebastian (KX26), wo wir günstigen Sprit bekamen, um es wieder nach St. Augustine zurück zu schaffen. Nach einem netten Smalltalk mit dem Tankmenschen und zwei ehem. Navy-Piloten, die dort mit ihrer kleinen Kunstflugmaschine Extra-300S Stopp machten, beobachteten wir noch die Landung einiger Fallschirmspringer und rollten wieder los zur Startbahn.

Da uns am Himmel jedoch noch etwas Zeit blieb, entschieden wir uns noch für einen kleinen Umweg über unser geliebtes Palatka (K28J) im Landesinneren, um anschließend auf die Minute pünktlich zum Sunset wieder zuhause zu sein.

Der Tag bekam satte 370 nautische Meilen Flugstrecke zusammen. Damit hätten wir unseren für die Ausbildung benötigten 350 NM Cross Country- Flug in der Tasche gehabt… wenn wir vorher mal gewusst hätten, daß es wirklich so viel werden würde und wir uns bei den Airports die als Beglaubigung ins Flugbuch erforderlichen Stempel abgeholt hätten. NEEIIIN, SSCCHHEEEIIISSSSSEEE!!! Satte 5:44 Std. Flugzeit blieben uns trotzdem auf unserem Konto gutgeschrieben und wir waren mit dem Tag sehr zufrieden.

Ich werde euch beim nächsten Mal jedoch noch erzählen, daß dies ein kleiner Fisch war. Unser gestriger Flug toppte bisher alles dagewesene. Seid also gespannt darauf und bleibt am Ball!  🙂

M.

 

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